Einfach nur den Luftfilter ausgeblasen!
Heute wollte ich einmal
schnell den Luftfilter von meinem BMW 320D ausblasen, da ich das Gefühl hatte,
dass er in den unteren Drehzahlen nicht mehr so richtig zieht.
Also ging ich gegen 9
Uhr in die Garage und habe einmal die Motorhaube geöffnet, um das Ganze zu
beginnen.
1.
Da stellt sich erst einmal die Frage,
wo ist denn der Luftfilter?? Früher waren die Dinger rund und hatten ca. 30 cm
Durchmesser. Wo kann er beim BMW nur versteckt sein?
2.
In der Bedienungsanleitung des BMW
steht nichts unter Luftfilter, auch nichts unter Filter, nur unter
Kohleaktivfilter und den will ich nicht ausblasen, der ist für den Innenraum!!
3.
Also unter einer der 3 Kunststoff-
Abdeckungen müsste er ja sein.
4.
Also nehme ich mir einmal die
vorderste Abdeckung vor. Diese ist mit 4 flachen Kunststoff- Scheiben befestigt.
Keine Schrauben!! Auch nicht einfach gesteckt. Wie löst man nun diese
Verbindung?? In früheren Zeiten habe ich einmal gesehen, dass diese Kunststoff-
Dübel mit einem Kunststoff- Splint (unsichtbar) befestigt waren. Also könnte es
auch hier so sein? Ich hole also eine Zange und ziehe den inneren Stift heraus-
und siehe da, nun lässt sich auch die große Kunststoffscheibe aus dem Loch
ziehen und die Befestigung ist gelöst. (Also benötigt man keinen Schaubenzieher,
sondern einen „Splintzieher“, um diese Verbindung zu lösen). Bei der vordersten
Kunststoffabdeckung sind nun 4 dieser eigenartigen Befestigungen. Danach kann
die vordere Abdeckung entfernt werden.
5.
Nun geht es an die 2. Abdeckung. Da
sind einmal einfach 2 Stück M6 Innensechskantschrauben. Aber die Abdeckung rührt
sich immer noch nicht. Taschenlampe geholt und auf der linken Seite (wenn man
von vorne schaut) heller gemacht, Aha, da ist noch eine Innensechkantschraube.
Da komme ich mit dem normalen Werkzeug nicht mehr ran. Also eine Verlängerung
auf den Ratschenschrauber gesteckt und nun geht’s. Nun kann die zweite Abdeckung
entfernt werden.
6.
Das seitliche Luftansaugrohr ist auf
der Vorderseite mit einer gut zugänglichen Innensechkantschraube befestigt.
Hinten ist es dann nur gesteckt und gut abziehbar.
7.
Nun geht es an die dritte Abdeckung.
Das ist ein Dilemma von vorn bis hinten!! Die obere vordere
Innensechkantschraube und die vordere unten mit Verlängerung sind ja schnell
demontiert. Aber das Ding sitzt immer noch bombenfest. Da sieht man unter dem
Mikro-Kohlefilter-Gehäuse noch eine Einbuchtung, so als wäre dort noch eine
Innensechkantschraube zum Festhalten. Alle möglichen Innensechskantschlüssel,
Adapter, Verlängerungen, Winkelverbinder usw. habe ich probiert, aber es ist
mir nicht gelungen, an diese Schraube zu kommen. Das Gehäuse ist einfach in zu
kleinem Abstand über dieser Abdeckhaube!
8.
Also muss die Mikrofilterwanne
abgeschraubt werden, damit man zu dieser Schraube kommt!
9.
Damit man an die Demontage der
Mikrofilterwanne beginnen kann, muss erst das Kabel des Fremdstartstützpunktes
gelöst werden.
10.
Dazu erstens das Kabel aus der linken
Befestigung lösen und
11.
Zweitens die untere Kunststoff
Abdeckung des Fremdstartstützpunkt- Kabels abklipsen. Nun kann die untere
Abdeckung des Kabels entfernt werden.
12.
Dann kann die obere Abdeckung der
Mikrofiltermatte abgebaut werden, indem man die 3 Drehverriegelungen löst.
Dieser obere Deckel kann dann herausgezogen und entfernt werden.
13.
Danach wird der Aktivkohle-Mikrofilter
entfernt.
14.
Nun geht es an die Demontage der
Mikrofilterwanne. Dazu braucht man Torx- Einsätze und Verlängerungen. Aus
welchen Gründen auch immer, haben da die BMW- Konstrukteure ziemlich exotische
Schrauben verwendet. Sollen Normalbürger nicht zum Entfernen dieser Schrauben
kommen? Es sind 4 Schrauben zu entfernen. Achtung auf die Gummidichtungen links
und rechts. Sie müssen vom Blech etwas abgezogen werden und dann kann die
komplette Wanne entfernt werden.
15.
So, nun besteht endlich die Möglichkeit, die
dritte Schraube von der dritten Abdeckung abzuschrauben. – Aber das Ding sitzt
immer noch fest. Mit Hilfe der Taschenlampe sieht man, dass noch eine Schraube
tief unten in der Ecke sitzt. Da müssen 2 Verlängerungen eingesetzt werden, um
bis dahin zu kommen. Nach dem Entfernen der vierten Schraube lässt sich nun
diese letzte Abdeckung entfernen – darunter verbirgt sich nun --- der Luftfilter!
16.
Nun mit dem Luftfilter in meine
Werkstadt, um ihn mit dem Kompressor auszublasen.
17.
Der Kompressor springt nicht an, dreht
sich nur ein bis 2-mal in 5 Sekunden. Ist das Öl, welches ich noch nie
nachgefüllt habe zu Ende und deshalb vom Motor zu schwer anzuwerfen? Oder ist
die Spannung zu klein (Mittagszeit)? Zuerst das Multimeter geholt, Spannung ist
sehr klein (von den 230 V Sollspannung sind nur 202V im Leerlauf und wenn der
Motor eingeschaltet wird, fällt die Spannung auf 192 V herunter). Das wäre aber
noch kein Grund, dass der Motor des Kompressors nicht anspringt, nachdem die
komplette Druckluft ausgeblasen wurde und der Kompressor somit nicht gegen Last
anfahren muss. Also liegt es doch am Öl?
18.
Von der Kettensäge ist noch etwas
10W40 Öl vorhanden. Also will ich das benutzen. Einen Trichter aus der Küche
geholt- aber geht nicht, die Einfüllöffnung des Öls ist zu klein. Also den
kleineren Trichter von der Petroleumlampe (Petromax) gesucht und gefunden – ok-
Einfüllprozedur geklappt.
19.
Weiterer Versuch, den Kompressor zu
starten – ohne Erfolg! Liegt es am Kondensator?
20.
Werde versuchen, die Kunststoffhaube
über dem Motor zu entfernen, damit ich zum Kondensator komme.
21.
Die 2 Schrauben, mit denen die Haube
befestigt ist, sind schnell gelöst. Abziehen kann man die Haube aber nicht, da
das Überdruckrohr der Manometereinheit im Weg ist.
22.
Also das Überdruckrohr abschrauben.
Die Haube lässt sich immer noch nicht abnehmen, immer noch zu wenig Platz.
23.
Also habe ich die 2 Manometer
abgeschraubt und dann versucht, die Manometereinheit abzuschrauben. Meine
Gabelschlüssel gehen bis 22 mm und ab 30 mm. Ich benötige 23 mm!!! Meine 2
Franzosen, die man auf diese Größe einstellen kann passen nur halb so gut. Ich
kann die Einheit nicht so weit drehen, bis sie ausgeschraubt ist, da die
Elektrokabel zu kurz sind und sich um die Einheit wickeln. Ich möchte nicht die
ganzen Kabel auch noch abklemmen.
24.
Kurz entschlossen schneide ich die
Kunststoff- Haube mit der Blechzange auf, damit ich zum Kondensator komme.
25.
Siehe da, der Kondensator hat im
Aluminium Mantel richtige Blasen- Also ist der Kondensator defekt!
26.
Also Kondensator holen???? Erstens ist
das Auto „halb“ zerlegt, also nicht möglich den Kondensator zu besorgen und es
ist zweitens inzwischen Samstagnachmittag, also alles zu!
27.
Was tun??
28.
Der Rasenmähermotor müsste doch auch
einen Kondensator haben???
29.
Also den Rasenmähermotor geholt, und
zerlegt. Ok- ein Kondensator ist da. Er hat eigenartigerweise eine ganz andere
Form?? Oh Schreck, er hat nur 12 Mikrofarrad. Der Kompressor benötigt einen
450V Kondensator aber mit 25 Mikrofarrad.
30.
Ich versuche es doch mit dem
Rasenmäher- Kondensator. Er wird zwar nicht die volle Leistung bringen, aber
anlaufen wird er doch hoffentlich?
31.
Also ausgebaut und in den Kompressor
mit der aufgeschnittenen Kühlerhaube eingebaut.
32.
Der Kompressor läuft an!!! Würgt aber
bei cirka 5 bar ab (bei 6 bar sollte er erst abschalten). Aber zum Ausblasen des
Luftfilters geht es gerade noch.
33.
Nun habe ich also 3 nicht
funktionierende Maschinen!! – BMW, Kompressor und Rasenmäher.
34.
Vor dem Ausblasen des Luftfilters hat
Ida (sehr verspätet) zum Essen gerufen (sie kämpft ebenfalls, aber mit einem
Bettwäscheproblem, ich frage sie später, ob sie ebenfalls etwas in das Internet
stellt)
35.
Mittags- Siesta entfällt heute, möchte
noch vor dem Dunkelwerden fertig werden.
36.
Nach dem Essen wird der Luftfilter mit
maximal 5 bar ausgeblasen. – Ob das überhaupt ausreicht?
37.
Der Luftfilter wird wieder eingebaut,
die erste Abdeckung darüber und die komplizierte Schraube (hinten unten) als
erstes versucht festzuziehen.
38.
Es hat eine ¾ Stunde gedauert (45
Minuten), bis diese malefixte Schraube endlich saß!!!
39.
Die Abdeckung hat viele Nuten und
Vertiefungen, man sieht nichts, wenn man die Abdeckung aufsetzt. Man muss blind
alle Einkerbungen treffen, bis dass alles einwandfrei dicht ist und klappt.
40.
Die restliche Montage ging dann
schnell von der Hand.
41.
In der kommenden Woche werde ich dann
den Rasenmäher wieder lauffähig machen, den Kondensator für den Kompressor
besorgen, einbauen und die aufgeschnittene Abdeckung des Kompressors reparieren,
damit er auch genügend Luft zur Kühlung bekommt.
42.
Ob das Ganze überhaupt etwas gebracht
hat?? Zieht er nun in den unteren Drehzahlen?
43.
Ich werde es in der nächsten Woche bei
der Anfahrt zur Wanderung testen. Im Moment weiß ich es noch nicht.
Fazit…. Ich werde es
wohl künftig den professionellen BMW- Mechanikern überlassen, an meinem BMW Hand
anzulegen. – Es ist nun 21 Uhr! Die ganze Prozedur hat nun inclusive mit dem zu
Papier bringen 12 Stunden gedauert!!
Wenn
das auch die BMW Mannschaft bräuchte, könnte das niemand mehr bezahlen!!!